Literatur
Zusammenstellung von Liederbüchern aus meinem Privatarchiv


Christian Morgenstern (1871-1914)

Herausgeber:
Emil Vollmer Verlag Wiesbaden
Eine Lizensausgabe des Verlages
Philipp Reclam jun. Leipzig 1905

Eine Sammlung von Gedichten, satirische Verse und Prosa in einer Alltagssprache, die unverwechselbar den Leser an Morgenstern erinnert. Viele der 190 Gedichten und Verse wurden vertont.

Grosse; 19 cm x 12 cm x1,1 cm

Die ersten "Galgenlieder" schrieb Christian Morgenstern schon in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zur Unterhaltung für einen Freundeskreis, der sich bei Gelegenheit eines fröhlichen Ausfluges zum Werderschen Galgenberg bei Potsdam den Namen "Galgenbrüder" zulegte.
Obwohl die deutsche Literatur bereits einen Wilhelm Busch besaß und das deutsche Kabarett durch O.J. Bierbaum, O.E. Hartleben, L. Thoma und andere Dichter der heiteren Satire seine erste Glanzzeit
bereits hinter sich hatte, erregten die Galgenlieder zunächst Unverständnis und Kopfschütteln. Immerhin war man bereit, sich über dieses originelle Spiel mit der Sprache, das man als Sprachclownerien eines feinsinnigen Lyrikers erklärte, zu amüsieren. Später erkannte man, dass sich hinter diesen parodistischen und phantasievollen Grotesken, diesen übermütigen Wortspielereien einer der ersten "Proteste" gegenüber einer materialistischen Zeit verbarg, die noch völlig naiv im Glauben an den "Auf-Klärus" der auf der Höhe ihrer Herrschaft thronenden Wissenschaften und des Positivismus befangen war. Heute gehören diese hintergründigen Zeit- und Selbstparodien des allzufrüh, mit dreiundvierzig Jahren, gestorbenen Dichters zum Besitz der deutschen Dichtung des zwanzigsten Jahrhunderts.

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