Herausgeber:
Max Kuckei 1944
Verlag: Alster Verlag Curt Brauns Wedel (Holst.)
I. Auflage
Grösse: 19cm x 12cm x 2cm
Anmerkung:
Die Sammlungen von J.G. Herder sind die "Urgesteine aller Volksliedersammlungen." Diese Ausgabe ist zwar neuzeitlich, aber schmälert nicht die Wichtigkeit der Sammlung. In der Einleitung, werden auch originale Beschreibungen und Briefwechsel über
Liedersammlungen alter Völker von Herder mit abgedruckt. Aus diesen Briefen kann man sehr gut herauslesen, mit welchen Zeitgenossen Herder in Verbindung stand, oder wie er an
verschiedene Lieder, Gedichte Verse usw. kam.
(Einen dieser Briefwechsel mit Goethe ist Original abgeschrieben.)
Auszug aus einem Brief von Johann Wolfgang von Goethe an Herder.
"Ich habe noch aus Elsaß zwölf Lieder mitgebracht, die ich auf meinen Streifereien aus denen Kehlen der ältesten Mütterchen aufgehascht habe. Meine Schwester soll Ihnen die Melodien, die wir haben(sind N.B. die alten Melodien, wie sie Gott erschaffen hat) sie soll sie Ihnen abschreiben.(Stein:Goethe Briefe Nr. 51 aus dem Jahre 1771.)
Es sind folgende Lieder:
Vom Herrn von Falckenstein. Vom Pfalzgrafen. Vom jungen Grafen. Vom eifersüchtigen Knaben. Vom Herrn und der Magd. Vom verkleideten Grafen. Vom Zimmergesellen. Vom Lindenschmidt. Vom Grafen Friedrich. Vom braun Annel. Vom plauderhaften Knaben. Zugabe. - Aus der Schweiz hatte Lavater Schweizerlieder geschickt, Lessing war an dem Unternehmen interessiert, während der alte Vater Gleim lobte und immer wieder zur Herausgabe mahnte.
Die Sammlung enthält 98 Lieder ohne Noten:DAS ERSTE BUCH
Lieder aus dem Hohen NordenDAS ZWEITE BUCH
Lieder aus dem SüdDAS DRITTE BUCH
Nordwestliche LiederDAS VIERTE BUCH
Nordische Lieder
Deutsche Lieder
Lieder der WildenJohann Gottfried Herder 1744 - 1803 Theologe und Kulturphilosoph.
Auf Herders Forscher und Sammeltätigkeit gründet sich die "Volksliederforschung". Er war der wichtigste Forscher und Sammler des 19. Jahrhunderts und prägte den Begriff "Volkslied".
Herder stellt 1773 aus seinen gesammelten Liederschätzen ein Band "Alte Volkslieder, Englisch und Deutsch" zusammen, aber die Sammlung wird nicht veröffentlicht.Im Jahre 1778 und 1779 erscheinen in zwei Bänden die gesamte Ausgabe von Herder, die er"Volkslieder" nannte und aus vier Werken bestand. Nach seinem Tod, erscheint im Jahre 1807 das Werk Herders neu: "Stimmen der Völker in Liedern", herausgegeben von Johann Georg von Müller.
Herder sagte: "Eine lebendige Stimme der Völker, ja der Menschheit ihre Gesänge sind das Archiv des Volkes." Leider hat er seinen Liedern, die von ihm auch gesammelten Melodien nicht mitgegeben.
Der Kulturphilosoph wusste um die Untrennbarkeit von Wort und Weise, aber er legte den Schwerpunkt auf das Wort, auf die Poesie. "Die Poesie ist die Muttersprache des Menschengeschlechts". Mir lag am Silbenmaß und am Ton der Romanze". Mit unübertrefflichem Einfühlungsvermögen versenkt sich Herder in den Geist der verschiedenartigsten Völker und gestaltet als Meister der deutschen Sprache dies Nachempfundene in einer reichen Skala von Farben. Die Töne des eisigen Nordens eint er mit denen eines glutheißen Südens, die der Heimat mit denen der Fremde zur Symphonie der Stimmen und schenkt uns so eine Sammlung von unnachahmlichem Reiz, die erste Sammlung von Weltliteratur in deutscher Sprache.