Literatur
Zusammenstellung von Liederbüchern aus meinem Privatarchiv

Liederbuch für Handwerker-Vereine

Herausgeber und Verlag:
Eduard Krause Berlin, ca. 1861
Grösse: 15cm x 10cm x 1cm

Anmerkung: 130 Handwerkerlieder, teilweise unbekannte, aber auch bekannte Volks- Vaterlands- Wander- und Burschenlieder.
Es befindet sich am Schluss ein Inhaltsverzeichnis. Die Melodieangaben werden kurz über dem Textanfang angegeben, z.B. nach dem Lied zu singen, nach der Weise vorzutragen, oder Eigene Melodien. Jedoch sind keine Melodien verzeichnet, so das man davon ausgehen kann, dass die neuen und alten Lieder den Handwerksburschen bekannt waren.

Das Büchlein ist mit einem braunen Ledereinband versehen, in der Innenseite des Deckels befindet sich eine kleine Lederlasche zur Aufbewahrung von Bleistift und Papier, oder Adressen von Herbergen usw. Es war leicht im Wamms oder Hosentasche zu verstauen und somit Allzeit griffbereit.
Es beinhaltet kein Vorwort, sondern ein Gedicht als Einleitung.

Liederbuch der Handwerker-Vereine






Zur Widmung


Nicht für die Nachwelt haben wir gesungen,
Noch für des Beifalls eitles Ruhmgepränge,
Noch auch um Gunst, noch auch um Goldesklänge;
Frei wie der Lerche heitre Frühgesänge,
Frei ist das Lied aus unsrer Brust gedrungen.

Denn wie der Frühling seine Boten sendet,
Wie Wellen spielen mit dem Silberschaume,
Wie Abendlüfte wehn im Blütenbaume,
Wie Nebelbilder ziehn im Himmelsraume,
So hat des Sängers Herz ein Lied gespendet;

Das zieht hinaus in`s hartbedrängte Leben,
Ein Blütenstaub mit sanftbewegten Schwingen;
In alle Herzen will es liebend dringen.
Ein Saitenspiel soll durch das Weltall klingen,
Ein freudig Klopfen alle Pulse heben.

So klinget denn hinaus, ihr schlichten Lieder,
Ihr frohe Zeugen harmlos heitrer Stunden,
Die uns vereint im Freundeskreis entschwunden,
Und wo ihr nun ein Menschenherz gesungen,
Erzählt ihm von der Harmonie der Brüder.

 

xxx

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