Literatur
Zusammenstellung von Liederbüchern aus meinem Privatarchiv

Deutsches Commersbuch

Herausgeber: Hermann und Moritz Schauenburg
(Zweite Auflage 1878)
Verlag: Herder`sche Verlagshandlung , Freiburg im Breisgau. Das Liederbuch umfasst ca. 460 Lieder mit Inhaltsverzeichnis.
Grösse: 16cm x 12cm x3cm

Anmerkung:
Die Erstausgabe erschien 1858, hierzu schreiben die: Herausgeber Hermann und Moritz Schauenburg:
"Die Herausgeber wissen dies Buch, von dem sie wünschen, dass es ein Volksbuch werde, keinem würdigeren Manne widmend darzubringen, als Ihnen dem zumeist auf den Namen eines Volksmannes, eines Vormannes im deutschen Volke, der Anspruch zufällt.

xxxDeutsches Commersbuch

Zugleich gehören Sie zu unseren Ältesten und haben die Jahre richtender und aufrichtender Drangsale, die nie vergessen werden sollen, nicht bloß miterlebt, mitempfunden, miterlitten, -Sie haben treu und kräftig zum Siege mitgeholfen. Der Ihnen den unverfälscht deutschen Sinn in das Herz pflanzte, legte Ihnen auch das deutsche Wort auf die Lippe, das die Tapfern zum Kampfe und die Kämpfer zum Siege führte. So war Ihr Leben ein schönes Los und ist ein wichtiges Stück in der Geschichte unseres Volkes geworden, dem Sie die Gnade von Gott hatten, in schwerster Zeit den ewig unvergänglichen Gesang vorzusagen:

Das ganze Deutschland soll es sein!
O Gott vom Himmel sieh darein,
Und gib uns echten deutschen Mut,
Dass wir es lieben treu und gut!
Das soll es sein,
Das ganze Deutschland soll es sein !

Studenten

Dieses Buch soll ein Volksbuch und ein deutsches Buch sein, in jedem Hause willkommen. Die vaterländischen Schlachtlieder, bei deren Klang Deutschland wieder deutsch wurde und die bis zu unseren spätesten Enkel hin nicht verstummen mögen, bilden den Anfang, wie alles Tuns und Dichtens Anfang das Gebet ist.
Die Mitte enthält den lustig freien Burschengesang, das Jauchzen der Jugend, dem der ernste Fleiß zur Seite gehen und dem männliche Werktüchtigkeit folgen muss, soll es nicht eitel sein. Den Schluss machen des Volkes eigene und seine Lieblingslieder, ein Griff aus seinem dichterischen Schatze, in dem sein inniges und reiches Gemüt sich widerspiegelt.
Die Auswahl hat die gesamte deutsche Studentenschaft selbst getroffen. Kundschreiben waren zahlreich nach allen Hochschulen hin ergangen, und allerseits her kam in dankenswerter Fülle die erbetene Beihilfe, durch die es allein möglich wurde, dem Buche den Grad von Vollendung zu geben, den es als allgemeines deutsches Buch haben muss, um den Wünschen aller, soviel das überhaupt zulässig war, gerecht zu werden.

Auch für die Singweisen, die in frühen Liederbüchern unverzeihlich und fast durchgängig arg vernachlässigt waren, ist jede Sorge getragen, sie rein und sanggerecht herzustellen. Zwei deutsche Männer, Friedrich Erk und Friedrich Silcher, haben sich des Reinigungswerkes der Weisen angenommen, und wie sie es getan haben, mag männiglich selbst nun erkennen. Die Weise des Liedes ist seine Seele und darum war die Pflicht groß, die Weisen von dem Schmutz zu säubern, der sich an sie gehängt hatte. Und so übergeben wir dem lieben "alten Arndt" dies Buch, vermeinend, ihm selbst dadurch eine Freude zu machen und durch solche Widmung das Buch jung und alt im Volke am besten zu empfehlen.
Hermann und Moritz Schauenburg
Studenten






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